Chorgemeinschaft Dülmen 1905 e.V.
Musikalische Leitung: Musikdirektor FDB Otto Groll

Konzertreise

Chorgemeinschaft Groll in der Toskana
Beeindruckende Konzertreise nach Italien

 Messgestaltung in der Kirche Santa Maria Novella

Lange hatten die Sänger darauf gewartet, doch nun war der Abflugtag da. Am 6. Juni hieß es für alle „ Benvenuti Toskana“.
Die Toskana, reich an Landschaften von überwältigender Schönheit, zauberhaften Städten und Kulturdenkmälern nimmt jeden Besucher gleich gefangen.

Vom Flughafen Köln/ Bonn ging es direkt nach Pisa/ Florenz. Dort wartete ein Bus auf die Reisegesellschaft, der alle nach Montecatini, unserem ersten Reiseziel brachte.
Montecatini, ein elegantes Kurbad liegt auf halbem Weg zwischen Pisa und Florenz. Wegen seiner zentralen Lage ist die Stadt gerade bei Ausländern sehr beliebt. Kann man doch von hier aus abwechselungsreiche Ausflüge ins nahegelegene Florenz, an die Versiliaküste und in die Berge des Apennins unternehmen.
Eine Attraktion der Stadt ist die auf einem Berg gelegene Festungsstadt Montecatini Alto. Mit Montecatini im Tal ist sie durch „la funivia“ verbunden, eine über 150 Jahre alte Stadtseilbahn, die die älteste der Welt ist.
Die Sänger mit ihren Frauen und die Gäste, die mitgefahren waren, fühlten sich im „Hotel Manzoni“ wohl und konnten den Rest des Tages damit verbringen, sich auszuruhen; denn am nächsten Morgen ging es gleich um 8.00 Uhr nach Florenz. Dort, in der Kirche Santa Maria Novella, konnte die Chorgemeinschaft Groll erstmals ihr sängerisches Können präsentieren. Sie hatten die musikalische Gestaltung der hl. Messe übernommen. In dieser Messe feierte ein Brautpaar seine goldene Hochzeit und gleichzeitig wurde in dieser hl. Messe ein Kind getauft. Ergriffen, beeindruckt und dankbar für die Darbietung des Chores bedankten sich die Besucher der hl. Messe bei den Sängern mit einem lang anhaltenden Applaus.

Nachdem die Sänger ihre weißen Jacken mit normaler Urlaubskleidung getauscht hatten, ging es in die Stadt Florenz zur Besichtigung.

„Da liegt es vor uns in dem sonnendurchfluteten Tal, durchflossen von dem sich dahin windenden leuchtenden Band des Arno und eingeschlossen von schwellenden Hügeln. Seine Kuppeln, Türme und Paläste erheben sich aus der üppigen Landschaft und glänzen in der Sonne wie Gold.“ Charles Dickens

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind wohl das Baptisterium, der Dom Santa Maria del Fiore, der Glockenturm des Doms- der Campanile-, das Wahrzeichen der Stadt, der Palazzo Vecchio auf dem Piazza della Signorina, mit der Kopie des berühmten David von Michelangelo, sowie die Ponte Vecchio – die Brücke der Juweliere. All das haben wir unter fachkundiger Reiseleitung besichtigt, es war wunderschön und beeindruckend; aber am Abend fielen wir todmüde ins Bett.

 

Campo Dei Miracoli - Platz der Wunder

 
 

Campo Dei Miracoli

 

Der Montag war dann für die Stadt Pisa vorgesehen. Wir alle waren darauf gespannt, den schiefen Turm zu sehen.
Die Stadt Pisa dehnt sich zu beiden Seiten des Flusses Arno aus, nur 9 km vor dessen Mündung ins Meer, am Fuße der Pisaner Berge.
Unser Bus hält nahe des Informationszentrums und wir gehen durch eines der Stadttore. Vor uns liegt der „Campo Dei Miracoli“ der „Platz der Wunder“. Und Pisas Domplatz trägt den Namen zu Recht. Auf diesem Platz vereinigen sich der weiß leuchtende Dom, das Baptisterium, der Friedhof und der Campanile - der schiefe Turm -, zu dem schönsten Kirchenensemble Italiens. Der über 50 m hohe Turm ist 4,10 m aus dem Lot geraten. Inzwischen ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass der schiefe Turm tatsächlich so etwas wie ein Wunder der Physik darstellt. Nach den Berechnungen der Universität Pisa hätte er schon vor Jahren einstürzen müssen. Dennoch hielt er auf wundersame Weise sein Gleichgewicht. Steht man länger auf diesem Platz der Wunder, stellt man fest, dass alles irgendwie schief ist.
Pisas bekanntester Sohn ist Galileo Galilei. Durch die Schwingungen der Bronzelampe im Hauptschiff des Doms soll er die Pendelgesetze entdeckt haben.

Wir fahren weiter die Landstraße hinauf in das auf einer Höhe von 555 Metern liegende Volterra. Volterra ist die Stadt des Windes und des Felsengesteins. Schon von Weitem fällt uns die riesige Festungsanlage auf. Volterra ist eine etruskische Stadt. Die Wehrmauern ziehen sich mit einer Länge von 7 Kilometern rund um die Stadt. Wir steigen an der unteren Straße aus unseren Bussen und besichtigen zuerst das Amphitheater, das die Römer der Welt hinterlassen haben. Steht man in Volterra auf dem Marktplatz fühlt man sich ins Mittelalter versetzt. Volterra ist auch die Stadt des Alabasters. Nach der Besichtigung einer Alabaster – Werkstatt, mussten wir uns erst einmal mit einem Eis stärken und dann ging es zurück zum Hotel nach Montecatini. Auf der Rückfahrt kamen wir an dem Geburtshaus von Andrea Bocelli vorbei, einem der berühmtesten Tenöre unserer Zeit.

Am nächsten Tag konnten wir uns an der wunderschönen hügeligen Landschaft des Chianti erfreuen. Mehr als 700 Weingüter pflegen hier alte und neue Weinberge. Aus den Trauben wird der berühmte Chianti Classico gepresst. Das Zentrum des Chiantis ist die kleine Stadt Greve. Auf dem Marktplatz im Zentrum, dem Mercatale, findet jedes Jahr die Weinmesse statt. Hier finden wir auch das Denkmal von Giovanni da Verrazzano, einem italienischen Seefahrer, der auf seinen Erkundungsreisen entlang der Ostküste von Amerika, als erster Europäer die Bucht von New York entdeckt hat. Die nach ihm benannte Verrazzano-Bridge überspannt die Lower Bay und verbindet Brooklyn mit Staten Island. Von dort aus besuchten wir das berühmte Weingut „ Castello di Verrazzano“.
Der Verwalter empfing uns in einem herrlichen Park. Das Castello mit der Gartenanlage strahlte einen besonderen Charme aus. Wir gingen durch einen Teil der Weinkeller und wurden in einen Saal geführt, der uns allen die Sprache verschlug. Weiß gedeckte runde Tische in einem holzgetäfelten Raum. Die Gläser waren schon vorbereitet für eine Weinprobe und was alle Mitreisenden in Erstauen versetzte, in diesem Raum befand sich ein Konzertflügel. Man musste nicht lange warten. Schnell hatten sich die Sänger aufgestellt, und Chorleiter Otto Groll das Instrument getestet, und schon ging´s los. Es wurde gesungen vom Wein und von Italia, vom Meer und von Venezia. Und die Gäste konnten nicht genug von den schönen Melodien bekommen. Es war ein gelungener Tag, wie jeder Tag, den wir bis dahin in der Toskana erleben durften.
Am nächsten Tag fuhren wir um 8.oo Uhr schon wieder los. Heute sollte es nach Siena und San Gimignano gehen.
Siena, die Stadt der Gotik. Sie gilt unter Italienkennern als die schönste Stadt des Landes. Wir betreten die Stadt, die auf drei Hügeln gebaut worden ist, durch die „ Porta San Marco“. Das rote Siena mit seinen aus Backsteinen erbauten Palästen, Kirchen, Wohnhäusern und Brunnen ist über die Jahrhunderte unversehrt geblieben. An der höchsten Stelle der Stadt erhebt sich der Duomo Santa Maria imposant in den Himmel. Giovanni Pisano schmückte die Fassade mit einer Vielzahl von wundervollen Skulpturen. Der schönste Platz ist die „ Piazza der Campo“ Auf diesem muschelartigen Platz findet alljährlich der berühmte Reiterwettkampf „ Palio“ statt.
Nach der Mittagspause fahren wir nach San Gimignano. Die Stadt der Türme. Heute noch stehen 13 der ursprünglich 72 Geschlechter- oder Familientürme. Sie zeugen von der Macht und dem Wohlstand der Familien, die durch den Handel mit Wolle, Wein und Gewürzen reich geworden sind, in dieser ursprünglich etruskischen Siedlung. Aber bei allem Verständnis für Kultur und italienischer Geschichte, gibt es etwas ganz Besonderes in San Gimignano, nämlich das beste Eis der Welt. Und das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Wir müssen uns erst einmal mit einem Eis stärken, denn nun geht es weiter an die Versilia Küste nach Viareggio. Als wir am Abend ankommen sind wir alle doch recht müde von den vielen überwältigenden Eindrücken.

Am nächsten Tag, es ist der 11. Juni wartet eine ganz besondere Herausforderung auf die Sänger. Außerdem erwarten wir Giovanni Magistro. Er ist Mitglied des Chores und hält sich zu dieser Zeit in Italien auf. Extra zu diesem Konzert in Lucca kommt er angereist und fährt dafür 750 Kilometer ( ein Weg).

 

Otto Groll vor der Programmankündigung

 

Willi Bröer, einer der drei Solisten

 

Willi Bröer, einer der drei Solisten

 

 

Otto Groll vor der Programmankündigung

 

 

 

Am Spätnachmittag fahren wir nach Lucca. In dieser Stadt, die durch Seide und Brokat reich geworden ist, aber bekannt durch ihren Sohn, Giacomo Puccini, der große Meister der italienischen Oper, hat die Chorgemeinschaft Groll heute Abend ein Konzert. In der romanischen Basilica San Giovanni, der ältesten Kirche Luccas und Taufkirche von Puccini, heute aber Konzertsaal, findet das Festival „ Puccini e la sua Lucca“ statt. Im Rahmen dieses Festivals singt die Chorgemeinschaft Groll. Der Saal ist bis auf den letzten Platz besetzt, und die Zuhörer warten gespannt auf den Auftritt des Chores. Mit drei geistlichen Liedern u.a.“ Amin“, eröffnet Otto Groll den Konzertabend. Die Zuhörer sind begeistert. Danach wird es rhythmisch. Mit Akkordeon – und Gitarrenbegleitung singt der Chor sich in die Herzen der Zuhörer. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Beiträge der Solisten Giovanni Magistro, Bernd Schmitz und Willi Bröer. Ohne Zugaben können die Sänger nicht von der Bühne abtreten. Nach dem Konzert versammelten sich die Zuhörer vor dem Konzerthaus, klatschten Beifall und riefen da capo. Das ließen sich die Sänger nicht zweimal sagen und mit feurigem Gesang wurde der Abend beendet. Zurück ging es ins Hotel. Zwar waren alle müde aber zufrieden und glücklich.

Wir sind erstaunt. Es ist der letzte Tag unserer Reise nach Italien. Es geht heute nach Cinque Terre. Einer der schönsten Küstenstreifen Italiens. Mit dem Boot geht es über den Golf von La Spezia und dann hinaus aufs offene Meer. Wir haben einen starken Wellengang und es geht ziemlich ungestüm übers Wasser, vorbei an den hoch über dem Meer an der Steilküste klebenden Fischerdörfern Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. In Riomaggiore gehen wir an Land und sind froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Der Bus wartet schon auf uns, um uns zu unserem Hotel zu bringen. Wir haben noch drei Stunden Zeit. Dann geht es zu einem Weingut der „ Fattoria il Poggio“. Es ist der letzte Abend und nun heißt es Abschied nehmen.
Es wird gesungen, es wird gelacht an diesem Abend. Alle sind fröhlich und glücklich. Es war eine wunderbare Reise, voller Harmonie: und wir sind uns alle einig: die Toskana ist mehr als eine Landschaft, und mehr als ein Urlaubsgebiet. Auch mehr als eine Kulturregion und mehr als Musik.
Die Toskana ist ein Traum.
 

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