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| Chorgemeinschaft Dülmen 1905 e.V. | ||
| Musikalische Leitung: Musikdirektor FDB Otto Groll | ||
Chorgemeinschaft Dülmen reiste in das Land der Mitte nach China
vom 22. März bis zum 2. April 2002
Die zweiwöchige Reise der Chorgemeinschaft Dülmen durch die Volksrepublik China war sehr erlebnisreich. Von Amsterdam flogen die Sänger mit Sangesfreunden der Groll-Chöre „Quartettverein Bocholt“ und „Männerchor Kraftlicht RWE Essen“ ca. zehn Stunden nonstop über Skandinavien, das Baltikum, Russland, den Ural, die Weiten Sibiriens, die Wüste Gobi, und die Mongolei zunächst nach Peking. Die Betreuung erfolgte während des gesamten China-Aufenthalts u.a. durch einen Deutsch sprechenden Reiseführer. Wie wichtig und unverzichtbar diese Betreuung war, sollte sich bald herausstellen. Mit der deutschen Sprache kommt man in China nicht weit. Mit ein paar Brocken Englisch geht es schon, wenn man auf einen Englisch sprechenden Chinesen trifft. "Bier", „Vino“ oder „Brandy“ versteht das Hotel- und Gaststättenpersonal, ansonsten ist die Verständigung schwierig.
Vier Tage erlebte die Reisegruppe die bekannten Sehenswürdigkeiten
der
chinesischen Hauptstadt. Beeindruckend von den vielen war der ohne
einen einzigen Nagel aus Holz errichtete „Himmels-Tempel“ mit einer
kunstvollen, 50.000 blauglasierte Ziegeln tragenden
Dachkonstruktion, der „Tien An Men Platz“ („Platz des Himmlischen
Friedens“), die Chinesische Mauer, die Panda-Bären im Pekinger Zoo
und nicht zuletzt die die Altstadt
Am See des Sommerpalastes, einem Meisterwerk chinesischer
Landschaftsarchitektur, präsentierte sich der Chor vor dem berühmten
Marmorschiff der letzten Kaiserin Cixi mit einem Freiluftkonzert.
Otto
Groll hatte das Konzertprogramm nach den Erfahrungen anderer durch
China gereisten Chöre möglichst auf den musikalischen Geschmack der
chinesischen Zuhörer abgestimmt und dabei eine gute Wahl getroffen.
Chorsätze von Brahms, Schubert, Schumann, Silcher und Verdi
begeisterten die Chinesen genau so wie beispielsweise die von Groll,
Kempkens, Rische und Rübben. Besonders bei spontanem Singen auf
Plätzen und in Straßen spürten die Sänger der Groll-Chöre immer
wieder die Begeisterung der chinesischen Zuhörer, die sich nicht
scheuten, sich für ein Foto zwischen die Deutschen ( Langnasen ) zu
stellen.

Die zweite Station der Reise war Xian. Dort traf die
Reisegruppe in der berühmten Ausgrabungsstätte der „Terracotta-Armee“ den
Entdecker der ersten überlebensgroßen Tonkrieger. Der betagte Chinese dankte dem
Chor für das ihm spontan dargebotene kleine „Sonderkonzert“ mit einem
freundlichen Lächeln, schrieb Autogramme und ließ sich bereitwillig mit den
Sängern ablichten
Die dritte und letzte Station war die wohl am schnellsten
wachsende chinesische Stadt Shanghai mit 13,1 Millionen Einwohnern. Wenn Peking
die Gegenwart und Xian die Vergangenheit Chinas verkörpern, dann ist Shanghai
zweifelsfrei
das Synonym für die Zukunft Chinas. Die Modernisierung dieser
Wirtschaftswunderstadt hat die alten geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten
noch nicht verdrängt. Die sehenswerte Altstadt mit der „Zickzackbrücke“, die lt.
alter Überlieferung auf Grund ihrer Zickzackbauweise den nur geradeaus gehenden
bösen Geistern den Zugang zu dem mitten im Gewirr kleiner Gassen und Buden
stehenden „Alten Teehaus“ verwehrt, ist hierfür Beweis. Vor dieser
Zickzack-Brücke stellten sich die Sänger bei strahlendem Sonnenschein, den der
Chor während der gesamten Reise mit gebucht hatte, zu einem der spontanen
„kleinen Ständchen“ auf. Sofort versammelten sich um sie begeisterte Zuhörer aus
aller Herren Länder. Lange Zeit durfte solch ein Ständchen nicht dauern, weil
nicht genehmigter „Volksauflauf“ die Polizei neugierig macht.
Musikalischer Höhepunkt der Chinareise war das mit rd. 900
Zuhörern fast ausverkaufte Konzert in der Shanghai-Concert-Hall,
wobei der in ganz China bekannten Shanghai-Philharmonic-Chorus und die Sänger
aus Deutschland im Wechsel auftraten. Die Reihenfolge der Auftritte wurde vor
dem Konzert von dem etwas Deutsch sprechenden Leiter des chinesischen Chores,
Prof. Ma Geshun und Otto Groll abgestimmt. Am Klavier wurden die Chöre begleitet
von einer
chinesischen Pianistin, die bei der Begleitung des deutschen Chores
zumindest bei dem nicht nur sprachlich sehr schwierigen Stück „Pepita“ von
Müller/Groll eine andere musikalische Auslegung hatte als der deutsche Dirigent.
Sie legte ein Tempo vor, das Otto Groll um seine Sänger bangen ließ. Die Sänger
hielten das nicht gewohnte Tempo durch, wenn auch mit Schweiß auf der Stirn.
Begeisterte Zuhörer dankten mit lang anhaltendem Applaus. Am Schluss des
Konzerts gab Otto Groll den Einsatz für eine Zugabe, obwohl Zugaben nach
Konzerten in China nicht üblich bzw. nicht gewünscht sind. Zumindest ließ das
Verhalten eines chinesischen Theater-Technikers darauf schließen, der hinter der
Bühne wild gestikulierend auf das Konzertende aufmerksam machte. Schließlich zog
er die „Notbremse“ und schaltete die gesamte Saalbeleuchtung auf die höchste
Stufe, was die Zuhörer endgültig zum Gehen bewog. Sängerinnen und Sänger der
beiden Chöre lächelten sich zu, klopften sich gegenseitig anerkennend auf die
Schultern, tauschten CD´s und gingen auseinander. Mehr war auf Grund der
Verständigungsschwierigkeiten leider nicht drin. Noch am Konzertabend berichtete
das Shanghaier Fernsehen über das kulturelle Ereignis, am nächsten Tag
konnten mehr als 1,2 Millionen Leser einen Bericht in einer
Shanghaier Zeitung lesen.
Chorgemeinschaft Groll Konzertreise vom 06.06.2009 bis 13.06.2009 in die Toskana / Italien
Vom 22.März bis zum 02. April 2002 Konzertreise nach China mit Auftritten in Beijing (Peking), Xian und Shanghai